Kategorie: Jüdische Kultur
Boris Sandler ist ein jiddischsprachiger Dichter, Schriftsteller, Dramaturg und Journalist. Er wurde 1950 in Beltz, Bessarabien, heute Moldawien, geboren und wuchs als Kind von Holocaust-Überlebenden in einem jiddisch-sprechenden Umfeld auf. Er studierte Literatur in Moskau und gehörte zu den ersten, die sich nach Stalins Säuberungen unter jüdischen Intellektuellen wieder mit jiddischer Sprache und Kultur beschäftigten. Sein literarisches Debut erschien 1981 in dem jiddischen Journal „Sovetish heymland“. Bella Liebermann...
Der 6. (nach anderen Angaben der 7.) Juli war der Geburtstag von Marc Chagall. Er wurde im Jahr 1887 in Witebsk, Weißrussland, in einer einfachen jüdischen Familie als Moische Schagal geboren. Mit Anfang Zwanzig ging er zunächst nach St.Petersburg und 1910 mit Hilfe eines Stipendiums nach Paris, wo er sich ein eigenes Atelier einrichtete. Die Werke von Henri Matisse und anderer Fauvisten wie die Werke von Paul Gauguin...
Joseph Roth und André Kaminiski – das sind zwei ganz verschiedene jüdische Schriftsteller aus zwei Generationen, die aber beide in zahlreichen Romanen, Essays und Erzählungen anschaulich das jüdische Leben in Osteuropa Anfang des letzten Jahrhunderts beschreiben. Nächstes Jahr in Jerusalem Letztens fiel mir ein Roman in die Hände, den ich mit Vergnügen gelesen habe: André Kaminskis „Nächstes Jahr in Jerusalem“, eine jüdische Familiensaga aus dem von Krieg und...
Esther’s Cabaret: Moshiach later / Nisht geshtoygn, nisht gefloygn In dem Cabaret „Moshiach later / Nisht geshtoygn un nisht gefloygn“ (Esther’s Cabaret, 2019) geht es um essentielle Fragen: die Sehnsucht nach dem Erscheinen des Messias, wie wird er kommen?, wer wird der Esel sein, auf dem er reitet und wird es überhaupt ein Esel sein?, wird es wirklich gut sein, wenn er kommt? Und was passiert, wenn sich...
Ausgerechnet Jom Kippur. Ausgerechnet mit diesem Namen verbinden sich Gewalttaten. Vielen von uns fällt zu diesem Namen vermutlich zuerst der Jom-Kippur-Krieg von 1973 ein. Und jetzt, 2019, das Attentat von Halle. Jom Kippur ist der allerhöchste jüdische Feiertag, 10 Tage nach Rosch Ha-schanah, dem jüdischen Neujahrsfest. Er ist der Höhepunkt einer zehntägigen Zeit, in der es darum geht, sich zu läutern, Ballast des alten Jahres abzuwerfen, und v.a....
Auf unserer Konzertreise nach Fès diesen Sommer sind wir schon einmal tief in die jüdisch-sephardische Vergangenheit von Marokko eingetaucht. Bella Liebermann hat hierzu einen ausführlichen Bericht geschrieben. Der letzte Monat führte uns dann wieder außer Landes, diesmal nach Girona in Spanien. Und auch hier gibt es viele Spuren einer vielfältigen und reichen jüdischen Vergangenheit zu entdecken. „El Call“ ist eine alte Bezeichnung für die Judenviertel in katalonischen Städten....
Ein weiteres Märchen aus 1001 Nacht Ein Gastartikel von Bella Liebermann Dieses Jahr ist das Festival 25 Jahre alt und das Ensemble Kol Colé (Köln, Klezmer Ensemble) wurde hierzu eingeladen und hatte die Ehre, mit zwei Konzerten aufzutreten – am 19. und 20. Juni in der Synagoge El Fassiyne. Fes Fes soll die am wenigsten touristische Großstadt Marokkos sein. Sie lebt ihr aktives Leben, in dem die Traditionen...
Hans David Tobar (geboren 1888 in Köln, gestorben 1956 in New York City) war als Kabarettist und Krätzchensänger ein fester Bestandteil im kölschen und im rheinischen Karneval der 20ger Jahre. 1933 wurde er, wie die meisten jüdischen Künstler, mit einem Berufs- und Auftrittsverbot belegt, 1939 floh er in die USA. Anläßlich einer Gedenkfeier („Hommage an Hans Tabor“), veranstaltet vom Kavod e.V. am 24. Februar im Lern- und Gedenkort...
Chelm ist eine Stadt im Osten Polens, unweit der ukrainischen Grenze. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung Chelms wurde in den Jahren 1939 – 1944 im nahe gelegenen Vernichtungslager Sobibor umgebracht. In der jüdischen Folklore und Literatur sind die Chelmer vergleichbar mit den Schildbürgern, Narren, deren ausgefallene Aktionen meist idiotisch, manchmal aber auch schon wieder fast genial anmuten. Der folgende, liebevoll gestaltete kanadische Zeichentrickfilm stammt von Eugene Fedorenko und...
Die Bilder, die wir im Kopf haben und assoziieren mit den Begriffen „Jude“, „Russland“ und „2. Weltkrieg“ sind eindeutig: passive Opfer, erschossen in ihren Dörfern, interniert in Ghettos und deportiert in Konzentrationslager. „Yiddish Glory“ zeigt eine andere, aktive und weitgehend unbekannte Seite: Lieder von jüdischen Soldaten und über jüdische Soldaten in der Roten Armee. Lieder von Partisanen und Widerstandskämpfern. Lieder von Abschied und Verzweiflung ebenso wie Lieder von...